Felix Würgler
Schauspiel und Sprechen
Felix Würgler
Schauspiel und Sprechen
Noch bevor es anfing war ich Fan der EUROPA Schallplatten und hatte mit 12 die wenigen Hörspiele, die wir hatten, derart abgenudelt, dass sie eine ganz eigene Soundkulisse entwickelt hatten – egal ob die Regentrude, der Lederstrumpf oder Tom Sawyer.
Mit meinem Bruder habe ich dann auf dem Kassettendeck und mit einem Radio über Langwelle Geheimagenten- und U-Boot-Thriller aufgenommen…und weil er mit einer erfundenen Gestalt lebte – Martin Jock – hatten wir auch schon einen Helden; schade, dass bei einem Umzug alle Kassetten irgendwie verschwanden.
Nach dem Abi wollte ich gerne ans Theater…und am liebsten zu Christian Sorge, denn der war gerade vom GRIPS nach Heidelberg gekommen mit seinem Ensemble, das mich absolut begeisterte, und sollte dem neugegründeten Kinder- und Jugendtheater das Laufen beibringen.
Mein engagierter Deutschlehrer machte möglich, dass sich zwei von ihnen, Felix und Ulrike, mal persönlich vorstellten; wir waren eine Handvoll aus der Klasse, die sich „Mensch Ich Lieb Dich Doch“ oder MOMO usw. reingezogen haben und ich wollte dann eben mehr.
Unterwegs zum Beruf Schauspieler lagen dann noch einige Kurven, denn Christian S. wurde in seiner Ente z.B. damals von einem Porschefahrer versehentlich totgefahren…uff; ich wurde erstmal Bühnenbildhospitant und
-assistent, dann Biologiestudent und Freizeit-Pantomime in Freiburg, schließlich Regieassistent und nach dem Studium dann auf der Schauspielschule zu dem, was ich seit 1989 mache: Theater spielen und Geschichten erzählen auf der Bühne. Erzählen, weil mich meine Sprechlehrerin Christa Siebert mit ihrer Lesung „Fräulein Else“ damals als Zuhörer einfach derart in Atem hielt, dass mich die Stimme, sozusagen als Treibriemen für die Geschichte im Kopf der anderen, als Instrument zunehmend begeisterte.
Nach 20 Jahren Theater an verschiedenen deutschen Bühnen liegt mein Schwerpunkt nun seit 2010 genau hier – in Berlin und beim Sprechen; ob es nun werbliche oder künstlerische Ansprüche sind, die Audio-Landschaft ist vielfältig und gerade auch tektonisch ganz schön bewegt. Audioguides für Museen, Hörspiele, z.B. bei der Lauscherlounge, Hörbücher oder Film- und Fernseh Synchron und Voice Over, Spiele und und und – das alles gehört jetzt zu meinem Berufsalltag…und nun, nachdem, die Kinder aus dem Haus sind, fröhlicher Weise auch wieder das Vorlesen.
